Mietwucher-App kommt in vier weiteren bayerischen Städten
Mieter*innen in Nürnberg, Würzburg, Erlangen und Passau können ab sofort kostenlos Miete überprüfen +++ Stadtverwaltungen aufgerufen gegen illegale Mieten zu ermitteln
Am heutigen Dienstag hat die Linke die Mietwucher-App in vier bayerischen Städten freigeschaltet.
Seit diesem Dienstag können Mieter*innen in Nürnberg, Würzburg, Erlangen und Passau prüfen, ob ihre Miete überteuert ist. Die Linke im Bundestag hat ihren Mietwucher-Rechner nun auch auf diese vier bayerischen Städte ausgeweitet. Mit dem Online-Tool lässt sich die Miethöhe anhand des jeweiligen Mietspiegels auf illegalen Mietwucher überprüfen.
Hier kann die Miete überprüft werden: https://www.mietwucher.app/
Zur Prüfung müssen nur die Miethöhe, die Wohnungsgröße und einige Angaben zur Ausstattung eingegeben werden. Wird die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 Prozent überschritten, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor; bei über 50 Prozent kann sogar eine Straftat vorliegen. In solchen Fällen kann direkt das zuständige Wohnungsamt informiert werden – es ist verpflichtet, dem Verdacht auf Mietwucher nachzugehen. Das Amt kann ein Bußgeld gegen Vermieter*innen verhängen und eine Senkung der Miete anordnen. Betroffene müssen folglich nicht selbst rechtlich gegen ihre Vermieter*innen vorgehen.
Die Bundestagsabgeordnete und Landessprecherin Sarah Vollath erklärt dazu: „Schon tausende Mieter*innen konnten in anderen Städten ihre illegal erhöhten Mieten melden und so Druck aufbauen. Inzwischen gab es auch erste Mietsenkungen. Damit nicht jeder selbst prüfen muss, ob die Miete zu hoch ist, brauchen wir endlich einen bundesweiten Mietendeckel. Bis dahin helfen wir mit unserem Mietwucher-Check ganz praktisch weiter."
Jüngst hatte ein Fall von Mietwucher in Berlin hohe Wellen geschlagen. Dort hatte das Wohnungsamt einer Vermieterin ein Bußgeld von über 26.000 € auferlegt. Sie hatte eine Miete verlangt, die 190% über dem laut Mietspiegel ortsüblichen Niveau lag. Zusätzlich bekam die Mieterin zu viel bezahlte Miete in Höhe von über 22.000€ erstattet.
Martin Bauhof, Landessprecher und Landratskandidat in Rosenheim ergänzt zur Situation in Bayern: „Wir erleben in Bayern einen Mieten-Notstand. Insbesondere bei Neuvermietungen werden die Mieten so drastisch erhöht, dass immer mehr Leute in zu großen Wohnungen bleiben, da selbst deutlich kleinere Wohnung für zu viele unbezahlbar sind. Zur Kommunalwahl nächstes Jahr treten wir an und fordern eine Mindestquote an Sozialwohnungen, wann immer Baurecht vergeben werden soll.“
Bauhof weiter: „sicherzustellen, dass alle Menschen ein Zuhause haben, ist zentraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu gehört auch gegen Mietwucher vorzugehen. Die bayerischen Städte müssen dem Vorbild der Stadt Frankfurt am Main folgen. Hier werden Verdachtsfälle auf illegalen Mietwucher konsequent durch die Stadtverwaltung verfolgt und wenn nötig auch zur Anzeige gebracht. Im Zeitraum von 2020 bis September 2024 konnten so mehr als 1.000 Fälle verfolgt und satte Rückzahlungen von 330.000 Euro an Mieterinnen und Mieter durchgesetzt werden.“
