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„Gefängnis fürs Busfahren?“ Kundgebung in Augsburg fordert Verzicht auf Strafanträge

Am gestrigen Montag, den 21. September, demonstrierten auf dem Rathausplatz circa hundert Augsburger*innen gegen Ersatzfreiheitsstrafen wegen Fahrens ohne Fahrschein und für einen Verzicht der Stadtwerke auf Strafanträge. 

Mit der Kundgebung machte die Linksfraktion auf ihren entsprechenden Antrag aufmerksam, der am 23. September 2026 im Stadtentwicklungs-, Mobilitäts- und Planungsausschuss behandelt wird. 

Denn wer heute ohne gültigen Fahrschein Bus oder Bahn fährt, kann wegen des „Erschleichens von Leistungen“ angezeigt und zu einer Geldstrafe verurteilt werden. Wer diese nicht bezahlen kann, muss unter Umständen eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen. Dies betrifft Schätzungen zufolge jährlich deutschlandweit 8.000 bis 9.000 Personen. Daher fordert die Linke von den Stadtwerken einen Verzicht auf Strafanträge. Eine Forderung, die durchaus kommunal umgesetzt werden kann. 

Bei der Kundgebung kamen unterschiedliche fachliche und politische Perspektiven zu Wort. Als Redner*innen waren Leonard Ihßen vom Freiheitsfonds, Ben Peter, Streetworker aus Regensburg und aktiv im Netzwerk kostenfreier ÖPNV für obdachlose Menschen, Rainer Storf von der Schuldnerberatung des Caritasverbands für die Stadt und den Landkreis Augsburg sowie Martin Bauhof, Landessprecher der Linken Bayern und Kommunalpolitiker, zu Gast. 

Dr. Thomas Galli, Rechtsanwalt und ehemaliger JVA-Leiter, musste leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Für die Linksfraktion im Augsburger Stadtrat sprach Ömür Kanbur-Akyol. 

„Uns war wichtig, mit der Kundgebung sichtbar zu machen, was hinter dem Begriff Ersatzfreiheitsstrafe ganz konkret steht. Wer eine Geldstrafe nicht bezahlen kann, darf nicht deshalb am Ende im Gefängnis landen. Genau deshalb wollen wir, dass die Stadtwerke Augsburg künftig auf Strafanträge wegen Fahrens ohne Fahrschein verzichten“, erklärt Kanbur-Akyol.

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